Mundhygienestatus

Anleitung zur individuellen Mundhygiene

Damit der Zustand der Mundhygiene eines Patienten beurteilt werden kann, wird der aktuelle Stand dieser durch den Zahnarzt untersucht und dokumentiert. Dabei werden Indizes verwendet, durch welche sich das Vorkommen von mikrobiellem Zahnbelag (Plaque) sowie Anzeichen von Entzündungen des Zahnfleisches erkennen lassen. Im Anschluss daran kann eine individuelle Anleitung zur eigenen Mundhygiene gegeben werden.

Wir geben Ihnen Aufschluss über Ihren Mundhygienestatus

Karies und Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontopathie) sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Dies muss jedoch nicht sein, da die Grundlage der Prophylaxe- und Parodontosebehandlung eine gute Mundhygiene darstellt. Daher ist das Analysieren Ihres persönlichen Mundhygienestatus wichtig für eine individuelle Zahnbehandlung und die Gewährleistung Ihrer langfristigen Zahngesundheit.
In unserer Zahnarztpraxis werden Sie hinsichtlich Ihres Mundhygienestatuts kompetent beraten.
Anschließend werden im Rahmen der Untersuchung:

  • Ihre Mundhygiene im Allgemeinen beurteilt,
  • Ihre Zähne eingefärbt, um
  • einen Zahnsteinindex und
  • einen Belagindex festlegen zu können sowie
  • der Papillen-Blutung-Index bestimmt.

Dabei werden die erforderlichen Behandlungen, welche für Sie optimal und notwendig sind, ausgewählt und durchgeführt. Damit erhalten Sie in unserer Praxis eine individuelle Ausführung im Rahmen Ihres Mundhygienestatus. Wir stützen uns dabei auf die modernsten Behandlungsmethoden und gewährleisten Ihnen höchste Professionalität, damit Sie weiterhin gut zubeißen können.

Zuerst erfolgt die Basisdiagnostik

Zu Beginn der Behandlung erfolgt die sogenannte Basisdiagnostik. Im Rahmen dieser werden die Menge an Zahnbelägen und das grobe Alter dieser bestimmt. Dies erfolgt mit Hilfe von Anfärbetests mit einer speziellen Flüssigkeit, welche selbige sichtbar macht. Dadurch können wir Ihnen zeigen, an welchen Stellen Ihre Zahnhygiene verbessert werden sollte. Eine solche Ermittlung stellt die Basis der anschließenden Prophylaxe-Behandlung dar.

Erweitertes Diagnostik-Verfahren

Die Basisdiagnostik kann durch die folgenden vier Verfahren erweitert werden:

  • Der Blutungsindex ermittelt den aktuellen Entzündungszustand des Zahnfleisches. Dieser wird durch spezielle Sonden ermittelt und anschließend in eine dafür vorgesehene Tabelle eingetragen.
  • Durch die Messung der Zahnfleischtaschentiefe kann das Knochenniveau bestimmt und in einer Grafik anschaulich dargestellt werden. Hieraus können dann Ihre individuellen Prophylaxe- und Behandlungsprogramme abgeleitet werden.
  • Ein Bakterientest in den Zahnfleischtaschen dient der Feststellung, welche Medikamente im Falle der individuellen bakteriellen Zusammensetzung am effizientesten Anwendung finden. Hierzu wird aus den Zahnfleischtaschen mit Hilfe eines Teststeifens eine Sekretprobe entnommen, aus der anschließend eine mikrobiologische Kultur erstellt werden kann.
  • Die Kariesdiagnostik mittels Farbfilter (die man zusammen mit hochwertigen intraoralen Kameras setzen kann) stellt ein zuverlässiges und schonendes Verfahren dar um versteckte Karies vor allem zwischen den Zähnen und in den Vertiefungen der Kauflächen aufzuspüren. Hierbei sind kein Röntgen und die damit einhergehende Strahlenbelastung von Nöten. Zudem bleibt die gesunde Zahnsubstanz erhalten, da es zu keinen Beschädigungen kommt.

Zahnbelags- und Blutungs-Indizes

Die Beurteilung des aktuellen Zustands der Mundhygiene erfolgt durch Erhebung eines Mundhygienestatus. In diesen fließen Indizes ein, welche das Vorkommen von Plaque (mikrobiellem Zahnbelag) und Entzündungszeichen der Gingiva (des Zahnfleisches) erfassen.
Anhand von Gingiva-Indizes wird die marginale (Zahnfleischrand-) Blutung als wichtiges Entzündungszeichen erfasst. In der zahnärztlichen Praxis werden Indizes wie z. B. der wenig aufwändige modifizierte Sulkus-Butungs-Index (SBI) verwendet, aber auch der etwas differenziertere Papillen-Blutungs-Index (PBI) oder der durch die Anzahl der Messpunkte aufwändigere Gingivale Blutungsindex (GBI).

Als Plaque oder Biofilm werden die mikrobiellen Beläge bezeichnet, die sich bei nicht ausreichender Zahnpflege auf den Oberflächen und in den Approximalräumen (Zwischenräumen) der Zähne bilden. Die Demonstration dieser bakteriellen Plaque durch Anfärben ist eine für den Patienten wertvolle Hilfe, die ihm ermöglicht, seine Mundhygienedefizite zu erkennen und gezielt zu verbessern.

Zum Anfärben oder darstellen werden u. a. folgende Substanzen (Revelatoren) eingesetzt:

  • Erythrosin (Tetrajod-Fluorescin-Na, E 127, rot färbend)
  • Patentblau (Brillantblau, Lebensmittelfarbstoff, E 133, blau färbend)
  • zweiphasige Revelatoren (z. B. Mira-2-Ton® erythrosinfrei): die junge Plaque der Initialisierungsphase wird rosa eingefärbt, reife Plaque erscheint blau. Durch diesen Effekt lassen sich gezielt dauerhafte Putzmängel aufdecken
  • Natrium-Fluorescein (z. B. PlaqueTest® Vivadent) schimmert gelb, jedoch nur bei Beleuchtung mit Blaulicht (z. B. Polymerisationslampe)

Die Entstehung von Plaque und Karies

Plaque ist im Endeffekt nichts anderes als mikrobielle Beläge, welche sich auf der Oberfläche und in Zwischenräumen der Zähne aufgrund einer mangelhaften Zahnhygiene bilden. Dabei befindet sich in der Mundhöhle eines jeden Menschen eine Vielzahl von Mikroorganismen, welche ein ausgewogenes und in sich geschlossenes Ökosystem bilden. Das Eindringen anderer Keime wird hierdurch erschwert. Es gibt bestimmte Keime, die sich auf das Anhaften auf der harten Zahnoberfläche spezialisiert haben. Diese bilden die Plaque in der Mundhöhle. Eine reife Plaque entsteht dann, wenn sieben Tage keinerlei Mundhygiene betrieben wird.
Herrscht nun im Mund über einen längeren Zeitraum ein Überangebot an Zucker bzw. Kohlenhydraten, können sich die kariesauslösenden Keime innerhalb der Plaque vermehren. Diese wandeln den vorhandenen Zucker in Milchsäure um, wodurch die Zahnsubstanz aufgrund einer Demineralisierung geschädigt wird. Durch das Auflösen der eigentlichen Zahnhärte kann es im Anschluss zu einem Substanzverlust und der Bildung eines Loches im Zahn kommen. Plaque am Zahnfleischrand kann wiederum zu einer Zahnfleischentzündung und bei weiterem Fortschreiten zu einer Erkrankung des Zahnhalteapparates führen, welche im schlimmsten Fall eine Lockerung und den Verlust des Zahnes zur Folge hat.

Ein langfristiger Nutzen der Untersuchung

Der Mundhygienestatus ermöglicht es uns, Ihnen Tipps für Ihre Mundhygiene und Zahnpflege zu geben. Wir können Ihnen hierdurch zeigen, was Sie in diesem Bereich verbessern können, um die Gesundheit Ihrer Zähne aufrecht zu erhalten. Zudem können wir Ihnen eine Anleitung geben, wie Sie zukünftig Zahnstein und Zahnbeläge vermeiden können. Falls bereits Beläge bestehen, können diese natürlich sofort entfernt werden. Ebenso behandeln wir auch mögliche Zahnfleischerkrankungen, um deren Fortschreiten zu verhindern.




Mehr zum Thema Mundhygienestatus finden Sie hier:
Mundhygienestatus bei Zahngesundheit Online
Mundhygienestatus bei ZWP Online
Mundhygienestatus bei Wikipedia